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    Die Familie Santos hat sich über Jahre ein einfaches, aber ausreichendes Holzhaus auf dem Land gebaut, an dem die ganze Familie mitgearbeitet hat. Es liegt 20 km von der Stadt Manaus entfernt. Der Amazonas ist nur wenige Kilometer entfernt, zum Glück, denn deshalb ist die Landfläche der Familie besonders fruchtbar. Pedro, der Vater, ist als Campesino jeden Tag auf dem Land.

    Er kümmert sich um seine vier Rinder, sorgt für die Hühner und beackert sein Feld mit dem Anbau von Maniok und Zuckerrohr. Es reicht, um die Familie zu ernähren. Seine Frau Maria ist Hausfrau und sorgt für die Ordnung im Häuschen und dem angrenzenden Gemüsegarten. Außerdem kocht sie gern Feijoada, eines der Lieblingsgerichte ihrer Kinder.

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    Luiz (13) ist jeden Tag eine gute Stunde Fußmarsch durch den Wald und über Erdpfade zur staatlichen Schule im nächsten Dorf unterwegs. Früh morgens verlässt er das Haus, wenn es noch kühl ist, am frühen Nachmittag quält er sich durch die Mittagshitze nach Hause und am Nachmittag muss er auf dem Feld seinem Vater helfen. Denn sein Vater Pedro ist ein typischer Campesino, muss mit Hacke und Schaufel sein Land bearbeiten und das schafft er nicht alleine. Julia, die fünf Jahre ältere Schwester von Luiz, hat als Klassenbeste die Schulzeit schon hinter sich. Nun möchte sie Jura studieren. Recht und Unrecht in der brasilianischen Gesellschaft beschäftigt sie schon lange.

    Die Familie Santos erlebt den Stadionbau der Arena da Amazônia in Manaus hautnah mit. Einerseits gefällt ihnen das schicke Konstrukt für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014, Fußball mögen sie auch, aber sie sind auch kritisch: Es gibt viel mehr Verkehr als früher, und vor allem: Die Preise für Lebensmittel und Transport sind extrem gestiegen. Das macht auch ihnen zu schaffen, auch wenn die Familie zum Glück noch ihren Gemüsegarten hat und viel selbst produziert.

    Als Luiz eines Abends völlig erschöpft vom Fußballspielen zurück kommt, fallen Maria sofort die roten Pusteln auf. Aber das ist noch nicht alles: er hat Bauchschmerzen und bekommt nur schwer Luft. Sie wissen nicht, was passiert ist, aber sofort packt Pedro seinen Sohn auf den kleinen Motorroller und fährt über die holprigen Straßen ins staatliche Krankenhaus von Manaus. Sie warten 5 Stunden! Luiz hat Angst, Pedro auch. Es ist eine Vergiftung, wahrscheinlich wurde in der Nähe des Bolzplatzes stark gespritzt. Er hat eine hohe Konzentration von Düngemittel eingeatmet und ist wohl auch mit gedüngten Pflanzen in Berührung gekommen. Ein Gegenmittel haben sie nicht vorrätig.

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    Pflanzengift? Chemische Düngung? Das gab es bisher nicht! Aber die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Ausländische Investoren haben billig Land gekauft, bauen großflächig Soja im Amazonasgebiet an und spritzen Pestizide in enormen Maße. Sie nehmen in Kauf, dass die Leute in der Umgebung dadurch krank werden und deren Land verseucht wird. Mit jedem Kleinbauer, der dadurch das Land verlässt, werden weitere Ländereien frei, die mit Soja bebaut werden können – das ist im Interesse der Investoren. Aber ist das nicht Landraub?

    Was heißt das für Pedro und seine Familie? Pedro ist stolz auf sein Land, seine Hütte, seine Rinder, seine Hühner und sein Gemüse. Das ist sein Leben! Aber wie kann er sich wehren? Einige Nachbarn haben sich zusammengeschlossen und wollen demonstrieren, aber sein Sohn wurde vergiftet! Vielleicht kommt morgen seine Frau mit extremer Atemnot nach Hause? Das will er nicht riskieren. Alternative Neuanfang. Alternative Zwangsumsiedlung – mit zwei weinenden Augen. Sie müssen weg, was ist das leichteste Übel? Nach einigem Überlegen, Telefonieren und Diskutieren entschließen sie sich für Rio de Janeiro gehen, denn dort wohnt auch die Schwester von Maria. Vielleicht ist es dort besser...

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